Neues Buchprojekt von Ingrid Müller-Münch: »Sprengsatz unterm Küchentisch«

Längst ist ein neues Beziehungszeitalter angebrochen: Bei jedem zehnten Paar in Deutschland ist es inzwischen die Frau, die die Familie ernährt. Ingrid Müller-Münch zeigt, wie heutige Paare mit dieser neuen Situation umgehen und kommt zu überraschenden Ergebnissen.

Das im September erscheinende Buch blickt ins Innere der Beziehungen: Die Autorin hat mit Männern und Frauen gesprochen, die sich mitten in dieser umwälzenden Neuorientierung befinden. Sie hat nachgefragt, was aus Männern wird, die keine Arbeit mehr haben, sich aber auch nicht als Hausmann verstehen. Mit Putzen, Bügeln und Staubsaugen tun sie sich schwer, solche Tätigkeiten kratzen an ihrem Selbstbild von Männlichkeit. In den Beziehungen stimmt meist vieles nicht mehr. Ein arbeitsloser Mann an der Seite einer erfolgreichen Frau – alte Positionen geraten ins Wanken, in die neuen Rollen muss sich erst eingefunden werden. Ein gesellschaftliches Umdenken ist dringend notwendig.
Mehr zum Buch finden Sie unter dem Link. Bitte beachten Sie, dass das verlinkte PDF aus einer Buchhandelsinformation stammt und sich einzelne Informationen bis zum Erscheinen des Buches noch ändern können.

One thought on “Neues Buchprojekt von Ingrid Müller-Münch: »Sprengsatz unterm Küchentisch«

  1. Auch wenn ich bisher Ihr Buch noch nicht gelesen habe, macht es mich dennoch neugierig.
    Ich kann Ihnen nur recht geben. Ein Mann zu Hause ist ein gesellschaftliches N O
    G o ! Mein Mann (Jahrgang 1951) bekam dies von allen Seiten – auch von mir – bis zu seinem Tod 2010 zu spüren. Heute tut es mir leid nach 38 Jahren ihm nicht seine letzten Jahre erträglich gestaltet zu haben. Ich hatte einfach keine Kraft mehr.Ich habe nie erwartet, dass er der Ernährer ist, habe nachdem er erst arbeitslos, dann krank wurde und zunehmend an Depressionen litt, meine Teilzeitarbeit wieder auf Vollzeit aufgestockt und war 5 Jahre lang zusätzlich noch mit Krankheit.Pflege. Demenz, Heimunterbringung und Tod meines kinderlosen Onkels, der Diabetis 1 meines Kindes und dann mit der Krankheit und dem Tod meines Mannes beschäftigt. Ich wäre viel besser mit dem Rollentausch zurecht gekommen wenn nicht die Männer an meiner Arbeitsstelle (“Führungskräfte” und anscheinend ultra- religiös, aber viel schlechter ausgebildet als ich) mir jeden Tag
    verdeutlichten, Frauen gehören nach Hause zu den Kindern nicht in den Beruf. Was denn mein Mann den ganzen Tag mache, wenn die Hausarbeit am Wochenende auch ich machen müßte? Unsere Ehe war von Anfang an partnerschaftlich. Er kochte besser als ich, hing die Wäsche selbstverständlich nach draußen u.s.w. Als ich studierte kam die finanzielle Unterstützung von ihm. Warum dann nicht mal umdrehen? Es ging nicht – auch oder gerade wegen den Frauen. Froh, Heilig Abend mal in Ruhe in der Familie erleben zu können, machte mir meine mitbewohnende Hausfrau in der Wohnung unter uns, unser letztes Weihnachten zur Hölle. An Heilig Abend um 17:00 klingelte sie und warf mir vor, ich hätte den Kellerabgang nicht geputzt. Dies sei meine Arbeit. Diese Frau war um einiges jünger als ich, hatte außer ihrer Lehre vor mehr als 20 Jahren nie gearbeitet und, obwohl ihre Kinder bereits aus dem Haus waren, jedes Ehrenamt abgelehnt.Sie lebte gut vom Ehegattensplitting ihres “Ernährers”. Unsere Gesellschaft ist noch weit von Emanzipation und Rollentausch entfernt. Während ich keinerlei Witwenrente bekomme, weil ich arbeitem und meinen Sohn alleine durch das ABI bringen müßte, erlebe ich Hohn, Mobbing und Spott von weiten Teilen der Gesellschaft. “Lieb, nett und dämlich”, wurde ich deshalb genannt. Das traditionelle Familienmodell wird auch von der Politik belohnt (siehe Betreungsmodell und Familienpolitik der männl. und weibl. Schröders) Meine Nachbarin würde im gleichen Todesfall ihres Mannes ohne je einen Cent für ihr Hausfrauendasein in die Rentenversicherung einbezahlt zu haben und ohne gesellschaftliche Verantwortung als Ausgleich übernommen zu haben von allen Rentenzahlern belohnt (sogar von der Rente meines Mannes),.Gerechtigkeit und Familienpolitik sieht anders aus. Deshalb verstehe ich die beschriebene Aussage ihrer Hochschulabsolventin.

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